Linkstrategie: intern und extern
Eine Linkstrategie, die 2026 trägt: beschreibende Ankertexte, internes Linking, rel-Attribute, flache Link-Tiefe und Backlinks nach Qualität.
von Jean Pierre Kolb ·
Links sind 2026 ein Vertrauenssignal, kein Mengenspiel — intern wie extern. Sie zeigen Suchmaschinen, welche Seiten zusammengehören, welche wichtig sind und wem du vertraust. Eine gute Linkstrategie verteilt Relevanz dorthin, wo sie zählt, und sammelt verdiente Empfehlungen statt gekaufter. In über 25 Jahren habe ich beide Seiten gesehen: Projekte, die mit ein paar sauberen internen Links durchstarteten, und solche, die sich mit gekauften Backlinks selbst aus dem Index katapultierten. Dieser Artikel vertieft die Link-Säule aus SEO 2026: Was wirklich zählt.
Internes und externes Linking im Überblick
Kurz gesagt: Internes Linking steuerst du vollständig selbst, externe Links und Backlinks nur teilweise — und genau deshalb lohnt sich der interne Hebel zuerst. Die Tabelle ordnet die wichtigsten Bausteine ein.
| Link-Typ | Worauf es ankommt |
|---|---|
| Interne Links | beschreibende Ankertexte, verteilen Relevanz, helfen beim Crawlen |
| Ankertext | aussagekräftig statt „hier klicken"; nennt das Ziel-Thema |
| Externe Links | auf seriöse Quellen verweisen; Autorität signalisieren |
| rel-Attribute | nofollow, sponsored, ugc für bezahlte und nutzergenerierte Links |
| Link-Tiefe | wichtige Seiten ≤ 3 Klicks von der Startseite |
| Backlinks | Qualität vor Quantität; thematisch passend und glaubwürdig |
| Broken Links | 404er kosten Crawl-Budget und Nutzervertrauen |
Ankertext und internes Linking
Der Ankertext ist der Kontext, den du Suchmaschinen und Lesern mitgibst — nutze ihn. Verlinke mit aussagekräftigem Text wie „SEO-Grundlagen" statt „hier klicken"; beides verstehen Menschen und Crawler dann sofort. Internes Linking ist dabei dein stärkster, weil vollständig kontrollierbarer Hebel: Verlinke verwandte Seiten aus dem Fließtext heraus, denn das verteilt PageRank gezielt auf wichtige Inhalte und hilft Crawlern, neue Seiten überhaupt zu finden. Ich behandle internes Linking als redaktionelle Aufgabe, nicht als technische Pflichtübung — jeder neue Artikel sollte bewusst auf zwei, drei thematisch passende Bestandsseiten zeigen.
Externe Links und rel-Attribute
Nach außen zu verlinken ist kein Risiko, sondern ein Qualitätssignal — wer auf seriöse Quellen verweist, zeigt Einordnung statt Geheimniskrämerei. Wichtig ist die korrekte Auszeichnung: Bezahlte Links bekommen rel="sponsored", nutzergenerierte Inhalte wie Kommentare rel="ugc", und allgemein nicht zu empfehlende Ziele rel="nofollow". Diese Attribute sind kein Misstrauensvotum, sondern Ehrlichkeit gegenüber Suchmaschinen darüber, wie ein Link zustande kam. Wer alle externen Links pauschal auf nofollow setzt, verschenkt dagegen die Chance, sich durch gute Verweise als verlässliche Quelle zu positionieren.
Link-Tiefe und Broken Links
Stell dir vor, ein Crawler startet auf deiner Homepage und klickt sich durch: Was er in drei Klicks nicht erreicht, sieht er seltener. Halte deshalb wichtige Seiten maximal drei Klicks von der Startseite entfernt — tiefe Seiten werden weniger häufig gecrawlt und langsamer aktualisiert. Genauso wichtig ist die Pflege: Broken Links, also ins Leere laufende 404er, kosten Crawl-Budget und beschädigen das Nutzervertrauen. Prüfe deine Seite regelmäßig mit einem Crawler und repariere oder leite defekte Verweise um, bevor sie sich häufen.
Backlinks: Qualität schlägt Quantität
Backlinks von glaubwürdigen, thematisch passenden Domains sind weiterhin ein starkes Rankingsignal — aber die Rechnung lautet Qualität vor Quantität. Ein einziger Link aus einer einschlägigen Fachquelle wiegt mehr als hundert aus Linkfarmen, und gekaufte Massenlinks sind heute eher Risiko als Hebel. Konzentriere dich darauf, Links zu verdienen: durch Inhalte, die andere freiwillig zitieren. Das Disavow-Tool ist dabei die seltene Ausnahme, kein Routine-Putzmittel — setze es nur ein, wenn du Belege für eine manuelle Maßnahme oder ein klar toxisches Linkmuster hast. Pauschales Disavowen schadet öfter, als es hilft.
FAQ
Sind Backlinks 2026 noch wichtig?
Ja, aber anders als früher. Sie bleiben ein starkes Vertrauenssignal, doch zählt die Qualität und thematische Nähe der verweisenden Quelle, nicht die schiere Menge. Wenige Links von glaubwürdigen, relevanten Seiten bringen mehr als große Mengen aus beliebigen Verzeichnissen.
Soll ich schädliche Links per Disavow entwerten?
Nur mit Beleg. Das Disavow-Tool ist für nachweislich toxische Muster oder eine manuelle Maßnahme gedacht, nicht für vorsorgliches Aufräumen. Google ignoriert die meisten minderwertigen Links ohnehin von selbst. Pauschales Disavowen kann gute Links mit entwerten und mehr schaden als nützen.
Wie viele interne Links pro Seite sind sinnvoll?
Es gibt keine feste Zahl — entscheidend ist Relevanz. Verlinke so viele verwandte Seiten, wie inhaltlich sinnvoll auf den Text passen, mit beschreibenden Ankertexten. Wichtig ist, dass jede wichtige Seite überhaupt intern erreichbar bleibt und nicht zu tief vergraben liegt.
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