Quarkdown: Präsentationen aus Markdown — Folien, Fragmente, Speaker-Notes

Teil 7 der Quarkdown-Reihe: Wie aus .qd-Quelltext eine interaktive reveal.js-Präsentation wird — mit Folienumbrüchen, animierten Fragmenten und Speaker-Notes.

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Dieselbe Quelle, die eben noch ein wissenschaftliches Paper war (Teil 6), wird mit einer geänderten Zeile zur Präsentation. .doctype {slides} schaltet auf das slides-Format um, das intern auf reveal.js aufsetzt — und plötzlich hältst du Vorträge aus reinem Markdown. Dieser Teil zeigt, was dabei dazukommt: Folienumbrüche, interaktive Fragmente und Speaker-Notes.

Folien trennen

Eine Präsentation ist eine Folge von Folien — und Folienumbrüche entstehen im slides-Modus nur explizit. Zwei Wege führen dahin. Entweder eine Zeile aus mindestens drei <:

Folie 1

<<<

Folie 2

… oder die Funktion .pagebreak. Wichtig: Der <<<-Marker braucht Leerzeilen davor und danach, sonst bleibt er Text (dieselbe Block-Logik wie beim Layout in Teil 4).

Eleganter ist oft der automatische Umbruch über Überschriften. .autopagebreak maxdepth:{n} legt fest, bis zu welcher Überschriftenebene ein Umbruch ausgelöst wird:

.autopagebreak maxdepth:{2}

## Jede H2 startet eine neue Folie

So strukturierst du den Vortrag allein über die Gliederung — neue Überschrift, neue Folie. Übrigens: .pagebreak und .autopagebreak funktionieren genauso in paged-Dokumenten; im Slides-Kontext ist „Seite" einfach „Folie".

Die Präsentation konfigurieren

.slides überschreibt die Voreinstellungen — alle Parameter optional:

.slides transition:{fade} speed:{fast} controls:{yes}

Du steuerst die vertikale Zentrierung (center), die Navigations-Bedienelemente (controls), den Übergangsstil (transition: none, fade, slide, zoom), das Übergangstempo (speed) und ob Speaker-Notes auch außerhalb der Referentenansicht erscheinen (speakernotes).

Fragmente: Schritt für Schritt aufdecken

Das, was eine Präsentation lebendig macht, sind Fragmente — Inhalte, die erst auf Klick erscheinen oder verschwinden. .fragment macht aus einem Block ein solches interaktives Element:

.fragment
    Dieser Punkt erscheint erst beim Weiterklicken.

Über behavior bestimmst du das Verhalten: show (Default — startet unsichtbar, blendet ein), hide (startet sichtbar, blendet aus), semihide (blendet auf 50 % ab) und showhide (erst ein-, beim nächsten Klick wieder ausblenden). Mehrere Fragmente auf einer Folie werden der Reihe nach ausgelöst — ideal, um eine Argumentation schrittweise zu entwickeln, statt die Zuhörer mit der ganzen Folie auf einmal zu erschlagen.

Speaker-Notes

Für den Vortrag selbst gibt es .speakernote — Notizen, die nur du siehst:

.speakernote
    Hier an die Anekdote aus dem letzten Projekt erinnern.

Standardmäßig erscheinen sie nur in der Referentenansicht, die du in der HTML-Präsentation mit der Taste S öffnest (das braucht einen laufenden Webserver). Wer die Notizen auch in der normalen Ansicht oder im exportierten PDF sehen will, aktiviert .slides speakernotes:{yes}.

Vom Vortrag zum PDF

Auch eine Präsentation lässt sich als PDF exportieren — und Quarkdown macht das durchdacht: Jede Folie wird zu einer eigenen Seite, und jeder Fragment-Zustand ebenfalls. Eine Folie mit drei nacheinander erscheinenden Punkten ergibt also vier PDF-Seiten, die den Aufbau Schritt für Schritt festhalten. So bleibt die Dramaturgie auch im Handout erhalten.

FAQ

Kann ich aus einem bestehenden Dokument eine Präsentation machen?

Im Prinzip ja — du setzt .doctype {slides} und definierst Folienumbrüche. In der Praxis lohnt es sich, Inhalte fürs Folienformat zu straffen, weil eine Folie viel weniger Text verträgt als eine Seite. Die Quelle bleibt aber dieselbe Datei.

Wie viel reveal.js sehe ich als Autor?

Wenig bis nichts. Quarkdown kapselt reveal.js hinter .slides, .fragment und .speakernote. Du schreibst Markdown; die interaktive HTML-Präsentation entsteht beim Kompilieren.

Brauche ich für die Referentenansicht zwingend einen Server?

Für die S-Referentenansicht von reveal.js ja — sie läuft über den eingebauten Webserver. Willst du die Notizen ohne Server sehen (etwa im PDF), nutzt du stattdessen .slides speakernotes:{yes}.

Weiterlesen

Das paginierte Gegenstück fürs Papier behandelt Teil 6: Wissenschaftliches Schreiben. Als Nächstes verlassen wir die Inhaltsebene und schauen aufs Werkzeug: CLI, PDF-Export, Live-Preview und Deployment — der Weg vom Quelltext zum fertigen Artefakt. Die vollständige Slides-Referenz steht in der offiziellen Wiki.