WSLg — Linux-GUI-Apps unter Windows ausführen

Linux-GUI-Apps unter Windows starten: WSLg bringt Wayland, X11, PulseAudio und GPU-Beschleunigung direkt in WSL 2 – ganz ohne manuellen X-Server.

WSLg (Windows Subsystem for Linux GUI) bringt grafische Linux-Anwendungen direkt auf den Windows-Desktop – ganz ohne dass du selbst einen X-Server installieren und konfigurieren müsstest. Eingebaut in WSL 2 unter Windows 11 (sowie neueren Windows-10-Builds), kombiniert es einen Wayland- und X11-Compositor mit PulseAudio und GPU-Beschleunigung. Linux-Apps wie gedit, GIMP oder Nautilus startest du einfach per Befehl; DISPLAY und WAYLAND_DISPLAY sind bereits vorkonfiguriert. WSLg ist damit weniger ein einzelnes Kommando als ein Feature – dieser Guide zeigt dir, wie du es einrichtest, GUI-Apps startest und typische Probleme löst.

Einrichtung & Voraussetzungen

wsl --update — Aktualisiert WSL und stellt sicher, dass WSLg enthalten ist.

wsl --update

wsl --version — Zeigt die installierten Versionen (inklusive WSLg-Version).

wsl --version

echo $DISPLAY — Prüft, ob die Variable DISPLAY gesetzt ist (sollte :0 sein).

echo $DISPLAY

echo $WAYLAND_DISPLAY — Prüft, ob das Wayland-Display verfügbar ist.

echo $WAYLAND_DISPLAY

GUI-Anwendungen starten

<app> & — Startet eine grafische Linux-App im Hintergrund.

gedit &

nautilus . — Öffnet den GNOME-Dateimanager im aktuellen Verzeichnis.

nautilus . &

firefox & — Startet das Linux-Firefox (sofern installiert).

firefox &

gimp & — Startet den Bildbearbeiter GIMP.

gimp &

xeyes — Schneller Test, ob die X11-Weiterleitung funktioniert.

sudo apt install x11-apps && xeyes

GUI-Apps installieren

sudo apt install <gui-app> — Installiert eine grafische Linux-Anwendung.

sudo apt install gedit nautilus

sudo apt install x11-apps — Installiert grundlegende X11-Testprogramme.

sudo apt install x11-apps

sudo apt install mesa-utils — Installiert OpenGL-Werkzeuge (zum Testen der GPU-Beschleunigung).

sudo apt install mesa-utils && glxinfo | grep 'OpenGL renderer'

GPU & Audio

glxinfo | grep 'OpenGL renderer' — Zeigt, welcher GPU-Renderer verwendet wird.

glxinfo | grep 'OpenGL renderer'

glxgears — Führt einen OpenGL-Benchmark zum Testen der GPU-Beschleunigung aus.

glxgears

pactl info — Prüft die PulseAudio-Verbindung (Audio-Unterstützung).

pactl info | grep 'Server Name'

speaker-test -t wav -c 2 — Testet die Audioausgabe über WSLg.

speaker-test -t wav -c 2 -l 1

Fehlersuche

wsl --shutdown && wsl — Startet WSL neu (behebt die meisten WSLg-Probleme).

wsl --shutdown && wsl

ls /tmp/.X11-unix/ — Prüft, ob der X11-Socket vorhanden ist.

ls -la /tmp/.X11-unix/

ls /mnt/wslg/ — Prüft, ob der WSLg-Mountpunkt existiert.

ls /mnt/wslg/

export DISPLAY=:0 — Setzt DISPLAY manuell, falls es nicht automatisch gesetzt ist.

export DISPLAY=:0

cat /mnt/wslg/versions.txt — Zeigt die Versionen der WSLg-Komponenten.

cat /mnt/wslg/versions.txt

Fazit

WSLg macht den Schritt von der Linux-Kommandozeile zu grafischen Linux-Anwendungen unter Windows erstaunlich unkompliziert: Du installierst die App per apt und startest sie wie auf einem nativen Linux-Desktop – Wayland, X11, PulseAudio und GPU-Beschleunigung sind bereits eingerichtet. Halte WSL mit wsl --update aktuell, denn darüber kommen auch die WSLg-Verbesserungen. Wenn eine App nicht startet, hilft fast immer ein wsl --shutdown mit anschließendem Neustart; tiefergehende Diagnose liefern /mnt/wslg/ sowie die Variablen DISPLAY und WAYLAND_DISPLAY. Destruktives Risiko gibt es hier kaum – WSLg ist ein Komfort-Feature, kein systemveränderndes Kommando.

Verwandte Kommandos

  • wsl – das Windows Subsystem for Linux verwalten und steuern
  • powershell – die Windows-Shell, von der aus du WSL und WSLg startest
  • bash – die Standard-Shell, in der du Linux-GUI-Apps aufrufst