Cryptor (AES-256)

Clientseitige AES-256-GCM-Verschlüsselung von Texten im Browser mit Passwortschutz und PBKDF2 — der Einstieg zu Manual, Beispielen und Tipps.

Texte verschlüsseln, ohne dass etwas den Browser verlässt

Cryptor (AES-256) verschlüsselt und entschlüsselt Textnachrichten mit einem Passwort — und zwar vollständig in deinem Browser. Du gibst ein Passwort und einen Text ein, klickst auf Encrypt und bekommst einen Geheimtext zurück, der mit cryptor:v2:600000: beginnt und den nur jemand mit demselben Passwort wieder lesbar machen kann. Zum Entschlüsseln fügst du den Text ein, gibst das Passwort an und klickst auf Decrypt.

Der entscheidende Punkt: Weder dein Klartext noch dein Passwort noch der Geheimtext werden jemals an einen Server geschickt. Die eigentliche Kryptografie läuft über die Web-Crypto-API des Browsers — lokal, ohne Account, ohne Installation. Und weil das Format offen dokumentiert ist, bekommst du deinen Text auch dann zurück, wenn es die Website einmal nicht mehr gibt: Cryptor liefert fertige Entschlüsselungs-Skripte für Node.js, Python und PHP gleich mit. Damit eignet sich Cryptor für alles, was du sicher ablegen oder über einen unsicheren Kanal verschicken willst: eine Notiz, Zugangsdaten, einen kurzen vertraulichen Text. Das Passwort tauschst du separat aus, der Geheimtext kann ruhig durch eine E-Mail oder einen Chat wandern.

Gedacht ist das Tool für alle, die schnell einen Text symmetrisch verschlüsseln müssen, ohne dafür eine Desktop-Software oder ein Kommandozeilen-Werkzeug zu bemühen: Entwicklerinnen und Entwickler, die einen Secret-Schnipsel sicher weitergeben wollen; Admins, die eine vertrauliche Notiz ablegen; und alle, die OpenPGP für den Anlass zu schwergewichtig finden.

Was Cryptor kann — auf einen Blick

  • Verschlüsseln (Encrypt) — wandelt deinen Klartext in einen AES-256-GCM-Geheimtext im Format v2 um (cryptor:v2:600000: plus Base64).
  • Entschlüsseln (Decrypt) — macht einen Geheimtext mit dem richtigen Passwort wieder lesbar; erkennt automatisch das aktuelle Format v2, das ältere Format v1 und das Legacy-Format aus der Zeit vor 2026.
  • Passwort generieren — das Schlüssel-Symbol bietet Zufallspasswörter mit 32 oder 64 Zeichen und Passphrasen aus 6 oder 8 Wörtern (EFF-Wortliste), alles im Browser erzeugt.
  • Passwortfeld mit Komfort — standardmäßig verborgen, per Auge einblendbar, mit Wiederholungsfeld gegen Tippfehler, Kopierknopf und Stärkeanzeige in Bit.
  • Datei-Operationen — Open lädt eine Textdatei in das Feld (bis 20 MB, Binärdateien werden abgewiesen), Save speichert den Inhalt als encrypted.txt bzw. plaintext.txt, Copy kopiert ihn in die Zwischenablage, Clear leert Feld und Passwort.
  • Undo — nimmt bis zu 20 Schritte zurück (Verschlüsseln, Entschlüsseln, Öffnen, Leeren, Generieren), auch per Strg+Z.
  • Tastenkürzel und Drag-and-drop — Strg+Enter ver- oder entschlüsselt je nach Inhalt; eine Datei direkt auf das Textfeld ziehen lädt ihren Inhalt.
  • Entschlüsseln ohne dieses Tool — die Karte „Format & decrypting without this tool" beschreibt das Format und liefert Skripte für Node.js, Python, PHP sowie einen OpenSSL-Befehl für das Legacy-Format.

Die Krypto unter der Haube

Cryptor setzt durchweg auf moderne, geprüfte Verfahren statt auf selbstgebaute Kryptografie:

  • AES-256-GCM als Algorithmus — eine authentifizierte Verschlüsselung. Das heißt: Beim Entschlüsseln wird nicht nur das Passwort geprüft, sondern auch, ob der Geheimtext unverändert ist. Manipulierte oder beschädigte Daten werden erkannt und abgewiesen, statt Müll auszugeben. Auch der lesbare Format-Header ist so gegen Veränderung geschützt.
  • PBKDF2 mit SHA-256 und 600.000 Iterationen leitet aus deinem Passwort den eigentlichen 256-Bit-Schlüssel ab. Die hohe Iterationszahl macht das Durchprobieren von Passwörtern (Brute-Force) teuer. Weil die Zahl im Header steht, kann ein späteres Format sie erhöhen, ohne dass alte Texte unlesbar werden.
  • Zufälliger Salt und IV pro Verschlüsselung, erzeugt aus dem kryptografisch sicheren Zufallsgenerator des Browsers. Derselbe Text mit demselben Passwort ergibt deshalb jedes Mal einen anderen Geheimtext.

Wie das Ausgabeformat genau aufgebaut ist und welche Parameter im Detail gelten, steht im Manual.

Architektur: ein Tool, das nichts zum Server schickt

Verschlüsselung, Entschlüsselung und Passwort-Erzeugung passieren zu 100 % clientseitig — Klartext, Passwort und Geheimtext bleiben in deinem Browser. Die Rechenarbeit läuft in einem Web Worker, also in einem Hintergrund-Thread: Auch bei mehreren Megabyte Text bleibt die Seite während der Berechnung bedienbar. Für Passphrasen lädt das Tool beim ersten Bedarf die EFF-Wortliste als statische Datei nach; dabei wird nichts von dir übertragen.

Nur für Skripte gibt es einen kleinen Server-Endpunkt, der ein Zufallspasswort per curl liefert (/tools/cryptor/pw/{länge}/, rate-limitiert). Die Seite selbst nutzt ihn nicht.

Weil die Web-Crypto-API einen sicheren Kontext braucht, läuft Cryptor nur über HTTPS (oder lokal über localhost). Aus Sicherheitsgründen führt das Tool außerdem keinen Verlauf — es speichert nichts zwischen, eine geleerte oder neu geladene Seite ist wirklich leer.

Jetzt ausprobieren

→ Cryptor (AES-256) öffnen — Passwort und Text eingeben, Encrypt klicken, fertig. Ohne Account, kostenlos, direkt im Browser. Zum Entschlüsseln dasselbe Passwort und den Geheimtext einfügen, dann Decrypt.

Verwandte JPKCom-Tools

  • Passwort- & Schlüssel-Generator — starke Passwörter und Schlüssel in verschiedenen Varianten erzeugen, die du hier als Cryptor-Passwort nutzt.
  • Hash-Generator — Prüfsummen und Hashes berechnen, etwa um die Integrität einer Datei zu kontrollieren. Passwort-Hashes zum Speichern von Logins (bcrypt, Argon2, PBKDF2) liegen ebenfalls dort — anders als Cryptor sind sie Einweg und nicht umkehrbar.
  • PKI / Zertifikate — für den Fall, dass du asymmetrische Kryptografie statt eines gemeinsamen Passworts brauchst.

Tiefer geht es auf den Unterseiten: das Manual mit allen Krypto-Parametern, dem Format und jeder Funktion, Beispiele aus der Praxis und gesammelte Tipps & Tricks.