Colors — Anwendungsbeispiele
Praxisnahe Durchläufe mit Colors: Farben in CSS-Formate übersetzen, Kontrast härten, Gradienten bauen, Elevation-Schatten und Paletten aus Bildern ziehen.
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Das Manual erklärt jeden Bereich und jede Option im Detail. Diese Seite ergänzt das um konkrete Arbeitsabläufe: typische Aufgaben, Schritt für Schritt durchgespielt. Die Oberfläche ist auf Englisch — Tab- und Button-Namen stehen deshalb im Original, bei Bedarf mit deutscher Erläuterung.
Beispiel 1: Eine Marken-Farbe in alle CSS-Formate übersetzen
Du hast eine HEX-Farbe aus dem Styleguide und brauchst sie als oklch() fürs moderne CSS — oder als rgba() fürs Legacy-Stylesheet.
- Öffne den Color Picker und tippe den Wert in das Feld Enter a color value (z. B.
#336699). Der visuelle Picker und die Vorschau springen sofort mit. - Schau in die Karte Color Formats. Dieselbe Farbe steht dort in 14 Schreibweisen — von HEX über HSL und HWB bis OKLCh und den Wide-Gamut-Räumen.
- Brauchst du mehr oder weniger Nachkommastellen, stell oben Precision um (2, 3, 4, 5 oder 8; Standard 3). Das ist praktisch, wenn
oklch()zu lang wird oder du es für die Doku gerundet haben willst. - Klick den Copy-Button neben dem gewünschten Format. Fertig — der Wert liegt in der Zwischenablage.
So wird aus einem einzelnen HEX-Code in Sekunden jede Notation, die dein Stylesheet, dein Design-Token oder dein Canvas-Code gerade verlangt.
Beispiel 2: Eine Farbpalette aus einer Ausgangsfarbe ableiten
Du hast eine Primärfarbe und brauchst dazu passende Akzent- und Abstufungstöne.
- Wähl im Color Picker deine Ausgangsfarbe.
- Geh in die Karte Color Harmonies. Für ein zweites, kräftiges Akzent nimmst du Complementary oder eine der beiden Split-Complementary-Farben; für einen ruhigen, verwandten Look die Analogous-Töne.
- Brauchst du eine ganze Helligkeitsstaffel (etwa für Buttons, Hover-Zustände und Flächen), nutz Shades (dunkler), Tints (heller) und Tones (entsättigt) — die drei zusammen ergeben eine konsistente Skala um deine Basisfarbe.
- Klick auf das jeweilige Swatch, um seinen HEX-Wert zu kopieren, und übernimm ihn in deine Token-Liste.
Weil die Harmonien im OKLCH-Raum gerechnet werden, wirken die Helligkeits- und Sättigungsschritte gleichmäßiger als bei einer reinen HSL-Rechnung.
Beispiel 3: Textkontrast nach WCAG und APCA absichern
Bevor eine Text-/Hintergrund-Kombination live geht, willst du wissen, ob sie barrierefrei ist.
- Trag im Color Picker die Textfarbe ein (sie ist der Vordergrund des Contrast Checkers).
- Roll runter zum Contrast Checker und setz im Feld Background Color die Hintergrundfarbe. Die Vorschau zeigt großen und kleinen Text live auf diesem Grund. Vertauscht? Der Swap-Button dreht Vorder- und Hintergrund um.
- Lies das WCAG 2.1-Ergebnis: das Verhältnis (z. B.
4.7 : 1) und die vier Badges AA Large (≥ 3), AA Small (≥ 4,5), AAA Large (≥ 4,5) und AAA Small (≥ 7). Für normalen Fließtext ist AA Small die Messlatte. - Wirf zusätzlich einen Blick auf APCA: den
Lc-Wert mit den Schwellen Body Text (Lc ≥ 75) und Large Text (Lc ≥ 60). APCA bewertet Helligkeit realistischer und ist der vorgeschlagene WCAG-3-Nachfolger. - Reicht es nicht, dunkle oder helle die Textfarbe im Picker nach — über Color Harmonies → Shades/Tints findest du eine Variante, die im selben Farbton bleibt, aber den Kontrast packt. Direkt daneben verrät der Color Blindness Simulator, ob die Kombination auch bei Rot-Grün-Schwäche unterscheidbar bleibt.
Beispiel 4: Einen CSS-Gradient für einen Hero-Bereich bauen
Du brauchst einen Verlauf als Hintergrund — schnell, aber konfigurierbar.
- Wechsle in den Tab Gradient Generator und wähl den Gradient Type (meist Linear).
- Leg die Richtung fest: entweder über eine der acht Preset-Richtungen oder per Custom Angle (Slider/Zahlenfeld, 0–360°).
- Stell die Color Stops ein. Klick einen Farbwert an, um ihn im Picker zu ändern; über Add Stop fügst du einen dritten oder vierten Farbpunkt hinzu und gibst seine Position an (z. B.
50%). Keine Idee? Ein Preset liefert einen Startpunkt, den du dann anpasst. - Kopier unten das CSS Output in dein Stylesheet — oder die Tailwind CSS-Zeile, wenn du mit Utility-Klassen arbeitest. (Beachte den Hinweis: Tailwind kann nativ nur lineare Verläufe mit zwei bis drei Stops.)
Beispiel 5: Weiche Elevation-Schatten als Design-Token erzeugen
Du willst ein konsistentes Schatten-System für drei Höhenstufen, statt jeden box-shadow von Hand zu raten.
- Öffne den Tab Box Shadow und bleib im Sub-Tab Shadow Palette.
- Setz unter Color die Background Color auf den echten Untergrund deiner UI und lass Tint shadow with background hue an — so bekommt der Schatten einen leichten Farbstich aus dem Hintergrund und wirkt natürlicher als reines Schwarz.
- Justier die Light Position (Angle/Distance) und das Tuning (Oomph für die Intensität, Crispy für die Schärfe, Resolution für die Zahl der Lagen — bei Normal nutzen die Stufen Low/Medium/High 2/3/6 Lagen). Die Vorschau zeigt sofort die drei Stufen Low/Medium/High.
- Kopier die CSS Custom Properties (
--shadow-elevation-low/medium/high) in dein Stylesheet und wende sie an mitbox-shadow: var(--shadow-elevation-medium);. Brauchst du eine lauffähige Demo, nimm stattdessen das Full HTML + CSS Snippet.
Für einen einzelnen, von Hand gestapelten Schatten (etwa Ambient plus Kontakt) wechselst du in den Sub-Tab Single Shadow und legst die Lagen einzeln an — inklusive inset für innenliegende Schatten.
Beispiel 6: Eine Palette aus einem Bild ziehen und exportieren
Aus einem Foto oder Logo soll eine abgestimmte Farbpalette werden.
- Geh in den Tab Image Color Scheme und zieh ein Bild in die Drag & drop-Zone (oder wähl es über Browse files). Erlaubt sind PNG, GIF, JPG, WebP, AVIF, BMP und SVG bis 25 MB. Das Bild bleibt auf deinem Gerät — die Auswertung läuft lokal im Browser.
- Sofort erscheinen die Dominant Color und bis zu zehn weitere Extracted Palette-Farben.
- Sortier die Palette mit den Sort-Schaltern nach Lightness, Saturation oder Hue, um Struktur hineinzubringen — etwa von hell nach dunkel für eine Abstufung. Die eigene Dominant-Color-Karte bleibt dabei stehen.
- Wähl im Export-Menü das Zielformat — CSS Variables, SCSS Variables, Tailwind Config, JSON, Array (JS) oder Array (PHP) — und kopier den Block direkt in dein Projekt.
Tipp: Soll das Motiv vorher zugeschnitten oder verkleinert werden, erledigst du das im Graphic Editor und wirfst das Ergebnis hier ein.
Noch tiefer: die Übersicht zum großen Bild, das Manual für jede Option im Detail und die Tipps & Tricks für Kniffe und Stolperfallen. Ausprobieren kannst du alles direkt im Tool.