DNS, SSL, Redirect & URL — Anwendungsbeispiele
Praxisnahe Durchläufe: DNS prüfen, ein Zertifikat kontrollieren, eine Redirect-Kette lesen, eine URL zerlegen und einen SPF-Record bauen.
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Das Manual beschreibt jeden Tab im Detail. Diese Seite ergänzt das um konkrete Arbeitsabläufe: typische Aufgaben, Schritt für Schritt durchgespielt. Die Oberfläche ist auf Englisch — Tab- und Button-Namen stehen deshalb im Original, bei Bedarf mit deutscher Erläuterung. Alle Domains und Werte hier sind Beispiele, keine festen Tool-Konstanten.
Beispiel 1: Eine Domain komplett durchleuchten (Check All)
Du hast eine Domain übernommen und willst auf einen Blick wissen, wie ihr DNS steht.
- Öffne den DNS-Tab, trag
example.comins Domain-Feld ein und klick auf Check All. - Das Ergebnis erscheint als JSON, gegliedert in Abschnitte:
A,AAAA,MX,NS,TXT,SOA, dazu — falls vorhanden —www (A),DMARC (TXT),DKIM (TXT)undWildcard (A). - Lies die Mail-relevanten Abschnitte zuerst. Steht unter
MXein sinnvoller Mailserver? TauchtDMARC (TXT)auf? Fehlt der DMARC-Abschnitt ganz, hat die Domain keinen DMARC-Record — ein häufiger Mangel. - Achte auf
Wildcard (A). Erscheint dieser Abschnitt, löst jede beliebige Subdomain auf — das ist manchmal gewollt, oft aber ein Konfigurationsfehler. - Klick auf Zone, um dasselbe Ergebnis als BIND-artige Zonendatei zu sehen, und sichere es mit Save Zone als Referenz-Snapshot.
Beispiel 2: Ein einzelnes Mail-Detail nachschlagen (TXT/MX)
Du willst nur wissen, ob ein bestimmter TXT-Record (z. B. SPF) gesetzt ist.
- Im DNS-Tab
example.comeintragen, im Dropdown TXT wählen, Lookup klicken. - Im Ergebnis suchst du die Zeile, die mit
v=spf1beginnt — das ist der SPF-Record. Fehlt sie, hat die Domain keinen SPF-Eintrag. - Für die Mailserver selbst wechselst du den Typ auf MX und schaust auf
pri(Priorität) undtarget(Zielserver). - Brauchst du einen Reverse-Check, gib statt der Domain die IP-Adresse ein: Das Tool springt automatisch auf PTR und zeigt den Hostnamen hinter der IP.
Beispiel 3: Ein Zertifikat kontrollieren — gültig oder bald abgelaufen?
Der Klassiker vor einem Go-Live oder bei einer Zertifikatswarnung.
- Wechsle in den SSL / Security-Tab, trag
example.comein (dashttps://ist schon davor) und klick Check SSL. - Sieh in der Certificate-Karte auf Valid Until: Die Restlaufzeit steht in Klammern. Grün heißt reichlich Zeit, gelb ab 30 Tagen oder weniger (Verlängerung einplanen), rot bedeutet abgelaufen.
- Prüf die Zeile Verification: Steht dort
OK, ist die Kette sauber. Ein roter Text wie „Self-signed certificate", „Unable to get local issuer certificate" oder „Hostname mismatch" benennt das konkrete Problem. - In der Subject Alternative Names-Karte kontrollierst du, ob alle nötigen Hostnamen (z. B.
example.comundwww.example.com) im Zertifikat stehen — fehlt einer, gibt es für diesen Host eine Browser-Warnung. - Die Certificate Chain zeigt, ob Server-, Intermediate- und Root-Zertifikat vollständig ausgeliefert werden. Eine unvollständige Kette ist eine häufige, leicht übersehene Fehlerquelle.
Beispiel 4: Die Security-Header einer Seite bewerten
Du willst die HTTP-Schutzmechanismen einer Seite prüfen.
- Im SSL / Security-Tab nach dem Lauf zur Security Headers-Karte scrollen. Das Badge zeigt z. B. „4/9" — vier von neun geprüften Headern sind gesetzt (ab 6 grün, ab 3 gelb, darunter rot).
- Geprüft werden HSTS, CSP, X-Frame-Options, X-Content-Type-Options, X-XSS-Protection, Referrer-Policy, Permissions-Policy, Cross-Origin-Opener-Policy und Cross-Origin-Resource-Policy.
- Lies die Validierungs-Badges, nicht nur das Häkchen: Ein vorhandener HSTS-Header mit zu kurzer
max-agebekommt ein gelbes Warn-Badge („max-age … < 31536000"), eine CSP mitunsafe-inlineebenso. Vorhanden allein heißt also nicht automatisch korrekt. - Fehlende Header zeigen einen kurzen Hinweis, wovor sie schützen würden („Prevents clickjacking" usw.) — deine To-do-Liste für die Server-Konfiguration.
Beispiel 5: Eine Redirect-Kette nachvollziehen (www → non-www, HTTP → HTTPS)
Nach einer Migration willst du sehen, ob Weiterleitungen sauber laufen.
- Im Redirect-Tab
http://example.comeingeben (bewusst mithttp://, um die Umleitung auf HTTPS zu sehen) und Trace Redirects klicken. - Du bekommst die Kette Hop für Hop, z. B.:
- Hop 1
http://example.com→ Status 301, HTTP-Badge. - Hop 2
https://example.com→ Status 301, HTTPS-Badge. - Hop 3
https://www.example.com→ Status 200, als Endpunkt markiert.
- Hop 1
- Bewerte die Länge der Kette. Jeder zusätzliche Hop kostet Ladezeit und ist für SEO unschön. Ideal ist ein Sprung aufs Ziel; drei wie oben (erst HTTPS, dann www) lassen sich oft zu einem zusammenfassen.
- Achte auf gemischte Protokolle. Springt die Kette zwischen
httpundhttpshin und her, ist die Server-Regel unsauber. Das HTTP/HTTPS-Badge pro Hop macht das sofort sichtbar. - Endet die Kette mit „Redirect loop detected", weisen sich zwei URLs gegenseitig zu — ein klassischer Fehlkonfigurations-Fall, den du sofort siehst.
Beispiel 6: Eine URL zerlegen und einen Slug erzeugen
Du arbeitest an Tracking-Links oder sauberen Pfaden.
- Im URL-Tab eine Adresse mit Parametern einfügen, etwa
https://example.com/produkte?ref=newsletter&utm_source=mail#oben, und Parse URL klicken. - Die URL-Components-Tabelle zeigt jedes Teil einzeln:
protocol(https:),hostname,pathname(/produkte),search,hash(#oben),originund mehr. Die Search-Parameters-Tabelle listetref = newsletterundutm_source = mailgetrennt auf — praktisch, um Tracking-Parameter zu kontrollieren. - Gibst du eine internationalisierte Domain ein (z. B.
https://müller.de), erscheint zusätzlichhostname (Unicode)neben der Punycode-Form — so siehst du beide Schreibweisen. - Roll nach unten zum URL Slug Generator, tipp einen Titel wie
Über die Größe & Schönheit moderner Webtechnologienein. Live entsteht der Slugueber-die-groesse-schoenheit-moderner-webtechnologien(Umlaute aufgelöst, Sonderzeichen entfernt). Über Separator schaltest du auf_um; Copy übernimmt das Ergebnis.
Beispiel 7: Einen SPF-Record für Google Workspace bauen
Deine Domain verschickt Mail über Google und einen Newsletter-Dienst.
- Im SPF-Tab steht oben die All Policy. Lass sie fürs Erste auf
~all(SoftFail) — zum scharfen Schalten später auf-all. - Unter Own Mail Servers ist
mxbereits aktiv. Lass es an, wenn deine MX-Server selbst Mail versenden. - Klick bei Mail Providers auf Google — der Record rechts ergänzt sofort
include:_spf.google.com. Für den Newsletter klick zusätzlich z. B. Brevo oder leg über Add include: eine eigene Zeile an. - Behalte die Statistik im Auge. Die Zeile zeigt DNS lookups (
x/10) und Length. Bleibst du unter 10 Lookups und unter 450 Zeichen, ist alles grün. Wird der Lookup-Zähler gelb (ab 8) oder rot (über 10), hast du zu vieleinclude:/a/mx-Mechanismen — fass sie zusammen. - Kopier den Record mit Copy, trag ihn laut DNS-Entry-Karte als TXT-Record (
@, TTL3600) bei deinem DNS-Provider ein. - Nach der Propagation klickst du Verify DNS: Das Tool springt in den DNS-Tab mit Typ
TXT, du gibst deine Domain ein und siehst den veröffentlichten Record zur Kontrolle.
Noch tiefer: die Übersicht zum großen Bild, das Manual für jeden Tab und alle Grenzen, die Tipps & Tricks für Interpretation und Kombination. Ausprobieren kannst du alles direkt im Tool.