CSV Editor — Beispiele
Praxisnahe Durchläufe mit dem CSV Editor: Excel-CSV importieren und zurückgeben, als JSON oder Markdown exportieren, unsaubere Dateien retten, transponieren.
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Das Manual erklärt jeden Button und jede Option im Detail. Diese Seite ergänzt das um konkrete Arbeitsabläufe: typische Aufgaben, Schritt für Schritt durchgespielt. Die Oberfläche des Tools ist auf Englisch — Button- und Feld-Namen stehen deshalb in ihrer englischen Original-Schreibweise, bei Bedarf mit deutscher Erläuterung.
Beispiel 1: Eine Semikolon-CSV aus Excel importieren
Der Klassiker im deutschsprachigen Raum: Excel exportiert CSV mit Semikolon statt Komma, weil das Komma als Dezimaltrenner belegt ist.
- Öffne den CSV Editor. Import delimiter und Import encoding stehen standardmäßig auf Automatik.
- Klick auf Open und wähl deine Datei (oder zieh sie direkt auf die Editor-Fläche).
- Die Erkennung zerlegt die ersten 30 Zeilen probeweise mit jedem Kandidaten und wählt das Semikolon, weil es die Zeilen am gleichmäßigsten in Spalten teilt. Klassisches Excel-„CSV" ist zudem meist in Windows-1252 kodiert: Das Tool merkt, dass die Datei kein gültiges UTF-8 ist, liest sie als Windows-1252 und blendet darüber einen gelben Hinweis ein. Die Einblendung nach dem Öffnen bestätigt beides: „… (… rows, semicolon-separated, WINDOWS-1252)".
- Die Daten stehen jetzt sauber in Spalten, Umlaute stimmen. Lagen die Werte doch alle in einer Spalte, hat die Erkennung danebengelegen — dann öffne Settings und stell Import delimiter fest auf Semicolon (
;). Solange du noch nichts bearbeitet hast, liest das Tool die Datei sofort neu ein. Dasselbe gilt für Import encoding, falls Sonderzeichen falsch aussehen.
Beispiel 2: Eine Spalte bearbeiten und als JSON exportieren
Du hast eine Kontaktliste als CSV und brauchst sie als JSON-Array von Objekten für eine API oder ein Script.
- Importiere die Datei (Beispiel 1). Aktiviere in den Settings First row is header — die erste Zeile wird sofort zu Spaltenüberschriften, neu laden musst du nicht. Jetzt tragen die Spalten echte Namen wie
name,email,city. - Korrigiere, was nötig ist: Doppelklick in eine Zelle und den neuen Wert tippen. Eine Spalte umbenennen? Rechtsklick auf den Spaltenkopf → Rename this column. Eine überflüssige Spalte raus? Rechtsklick auf den Spaltenkopf → Delete selected columns. (Ein Doppelklick auf den Spaltenkopf sortiert übrigens nach dieser Spalte.)
- Klick auf JSON. Weil der Header-Modus aktiv ist, entsteht ein Array von Objekten mit den Überschriften als Schlüssel, heruntergeladen unter dem Namen deiner Datei, etwa
kontakte.json:
[
{
"name": "Alice",
"email": "alice@example.com",
"city": "Berlin"
},
{
"name": "Bob",
"email": "bob@example.com",
"city": "Hamburg"
}
]- Brauchst du stattdessen reine Zeilen-Arrays, deaktiviere First row is header vor dem Export — die Überschriften wandern zurück in die erste Zeile, und JSON liefert ein Array von Arrays.
Hat die Kopfzeile Lücken oder doppelte Namen, bereinigt das Tool sie beim Einschalten des Header-Modus: Aus einer leeren Überschrift an dritter Stelle wird Column 3, aus einem zweiten email wird email_2. So überschreibt im JSON kein Wert einen anderen.
Beispiel 3: Auto-Erkennung an einer unsauberen Datei prüfen
Du hast eine fremde Datei bekommen und weißt nicht, womit sie aufgebaut ist.
- Lass Import delimiter und Import encoding auf Automatik und öffne die Datei. Lies die Einblendung: Sie nennt das erkannte Trennzeichen (comma / semicolon / tab / pipe) und die Kodierung.
- Hinweis-Box prüfen: Erscheint über der Tabelle ein gelber Kasten, hat der Parser etwas gefunden — etwa „Line 57: a quote is never closed — the rest of the file ended up in one field." oder „3 rows had fewer columns and were filled with empty cells." Die Zeilennummer führt dich direkt zur kaputten Stelle in der Quelldatei.
- Sichtprüfung: Stehen die Werte sauber in getrennten Spalten? Dann passt es. Klebt alles in einer Spalte oder sind Spalten verschoben, stell das Trennzeichen in den Settings von Hand ein — die Datei wird sofort neu eingelesen. Probier die Kandidaten durch (Komma, Semikolon, Tab, Pipe), bis die Tabelle stimmt.
- Felder mit eingebetteten Trennzeichen oder Zeilenumbrüchen muss die Quelldatei in Anführungszeichen setzen — dann zerlegt der Parser sie richtig. Ein einzelnes Anführungszeichen mitten im Wert (
Monitor 27" Zoll) ist dagegen kein Problem: Es bleibt einfach stehen. Meldet die Hinweis-Box aber ein nie geschlossenes Anführungszeichen, ist die Datei an dieser Stelle tatsächlich defekt — korrigiere sie an der Quelle oder in der Tabelle.
Beispiel 4: Daten aus Excel oder Google Sheets per Einfügen übernehmen
Du willst gar keine Datei exportieren, sondern nur eine Auswahl aus einer Tabellenkalkulation übernehmen.
- Markiere in Excel, Google Sheets oder Numbers den gewünschten Bereich und kopiere ihn (Strg+C).
- Klick im CSV Editor auf Paste. (Falls der Browser nachfragt, erlaube den Zugriff auf die Zwischenablage.)
- Tabellenkalkulationen kopieren tab-getrennt; die Auto-Erkennung erkennt das als Tabulator und baut die Tabelle korrekt auf. Die Einblendung meldet die Zeilenzahl und „tab-separated".
- Bearbeite die Daten und exportiere sie als CSV oder JSON — oder schick sie mit Copy (tab-getrennt) gleich zurück in eine andere Tabelle.
Beispiel 5: Eine quer liegende Tabelle transponieren
Manche Exporte legen die Merkmale in Zeilen statt in Spalten — eine Zeile „Name", eine Zeile „Ort" usw., die Datensätze als Spalten.
- Importiere die Datei (mit ausgeschaltetem First row is header).
- Klick auf Transpose. Aus m Zeilen × n Spalten wird n Zeilen × m Spalten — die Tabelle ist gedreht, die Einblendung nennt alte und neue Größe.
- Aktiviere jetzt bei Bedarf First row is header: Die ehemaligen Zeilennamen, die nun in der ersten Zeile stehen, werden sofort zur Kopfzeile.
- Exportiere wie gewohnt. Hat die Drehung nicht das gewünschte Ergebnis gebracht, klick einfach noch einmal auf Transpose — das dreht die Tabelle zurück. Undo hilft hier nicht, weil Transpose die Tabelle neu aufbaut.
Ist der Header-Modus beim Drehen schon an, gehen die Spaltennamen nicht verloren: Sie werden mitgedreht und landen in der ersten Spalte, während die bisherige erste Spalte zur neuen Kopfzeile wird.
Beispiel 6: Sicher arbeiten und einen Reload überstehen
Du bearbeitest eine größere Datei über mehrere Etappen und willst nichts verlieren.
- Arbeite normal — das Tool sichert die Tabelle 1,5 Sekunden nach jeder Änderung automatisch im Browser-Speicher. In der Statusleiste siehst du
Saved in this browser · 14:32mit der Uhrzeit der letzten Sicherung. Schließt du den Tab und kommst später wieder, ist die Tabelle samt Spaltennamen und Dateiname noch da. - Vor einer riskanten Aktion (großflächiges Löschen, Transponieren, Header-Schalter) exportier zur Sicherheit eine Zwischenversion per CSV. Die automatische Sicherung überschreibt sich bei jeder Änderung selbst, einen älteren Stand hält sie nicht vor.
- Ging bei einer Zellbearbeitung etwas schief, hilft Undo (Strg+Z). Nach einem Umbau wie Transpose öffnest du stattdessen deine Zwischenversion wieder.
- Erscheint in der Statusleiste die Warnung
Too large to keep in this browser, ist die Tabelle zu groß für den Browser-Speicher — dann sichert das Tool nicht mehr, und nur der Export bewahrt deine Änderungen. - Bist du fertig und willst sauber neu anfangen, klick auf Reset: Nach der Sicherheitsabfrage sind Tabelle und gespeicherte Daten gelöscht.
Beispiel 7: Eine Datei Excel-tauglich zurückgeben
Du hast eine Bestell- oder Formular-Liste bereinigt und willst sie an jemanden schicken, der sie per Doppelklick in Excel öffnet.
- Öffne die Datei und bearbeite sie wie gewohnt.
- Öffne Settings und prüfe Export delimiter: Mit Same as opened file kommt eine Semikolon-Datei auch wieder als Semikolon-Datei heraus — genau das, was ein deutsches Excel beim Doppelklick erwartet. Für Daten aus der Zwischenablage oder ein anderes Ziel stellst du es fest auf das Trennzeichen, das der Empfänger braucht, etwa Semicolon (
;) oder Comma (,). - Hak CSV export with UTF-8 BOM an. Der Export ist immer UTF-8; das BOM am Dateianfang sorgt dafür, dass Excel das auch erkennt und Umlaute korrekt anzeigt.
- Stammen die Daten aus fremden Quellen (Formulare, Shop-Bestellungen), hak zusätzlich Protect against formula injection an. Ein eingeschmuggelter Wert wie
=HYPERLINK("https://example.com";"Klick")wird dann als'=HYPERLINK(…)geschrieben und in Excel als Text angezeigt statt ausgeführt. Negative Zahlen wie-12,50bleiben unverändert. - Klick auf CSV — nicht auf Save as… im Kontextmenü bzw. Strg+S, das die Einstellungen aus Schritt 2 bis 4 ignoriert. Die Datei trägt den Namen der Ausgangsdatei.
Beispiel 8: Eine Tabelle als Markdown in die Doku übernehmen
Du willst eine kleine Übersicht — Tarife, Versionen, Konfigurationswerte — in eine README oder ein Wiki einfügen.
- Lade die Daten per Open oder kopiere sie aus einer Tabellenkalkulation und klick auf Paste.
- Der Markdown-Export nimmt immer die erste Zeile als Tabellenkopf — im Header-Modus die Spaltennamen, sonst die erste Datenzeile. Fehlt deinen Daten eine Kopfzeile, füg per Rechtsklick oben eine Zeile ein und trag die Überschriften ein.
- Räum auf, was nicht in die Doku gehört: Spalten per Rechtsklick auf den Spaltenkopf löschen, nach einer Spalte sortieren (Doppelklick auf den Spaltenkopf).
- Klick auf Markdown. Das Ergebnis sieht etwa so aus:
| Tarif | Preis/Monat | Nutzer | Hinweis |
| --- | ---: | ---: | --- |
| Basic | 9,90 | 1 | ohne Support |
| Team | 29,00 | 10 | Support per E-Mail |Spalten, die durchgehend Zahlen enthalten, sind rechtsbündig (---:); | in Zellen wird maskiert, Zeilenumbrüche werden zu <br>. Die Datei kannst du direkt einbinden oder im Markdown Editor weiterbearbeiten.
Noch tiefer: die Übersicht zum großen Bild, das Manual für jede Funktion im Detail und die Tipps & Tricks für die Stolperfallen. Ausprobieren kannst du alles direkt im Tool.