PKI Viewer — Manual

Vollständige Funktionsbeschreibung des PKI Viewer: File Analyzer, PEM Decoder, alle Zertifikatsfelder, PKCS#7/12, MIME-Extraktion und Grenzen.

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Dieses Manual beschreibt den PKI Viewer vollständig: die vier Tabs, alle erkannten Dateiformate, welche Felder ein Zertifikat preisgibt und wie du sie liest, sowie die bewussten Grenzen des Tools. Die Oberfläche ist auf Englisch — die Labels stehen hier deshalb in ihrer englischen Originalschreibweise (mit deutscher Erläuterung), damit du dich im echten Interface wiederfindest.

Aufbau der Oberfläche

Der PKI Viewer ist in vier Tabs gegliedert:

  • File Analyzer — Dateien per Drag-and-drop oder Dateiauswahl analysieren (binär oder PEM).
  • PEM Decoder — PEM-kodierten Text einfügen und dekodieren.
  • Help — unterstützte Formate, Fähigkeiten und Grenzen, ein paar Tipps.
  • Reference — Nachschlagewerk: Dateiendungen, Zertifikatsfelder, OpenSSL-Befehle, Vertrauensmodell.

Die ersten beiden Tabs sind die Arbeitsbereiche, die letzten beiden reine Dokumentation. Ein Hinweis-Banner am Seitenende fasst nochmal zusammen, dass alles im Browser bleibt.

Tab „File Analyzer"

Hier analysierst du Dateien. Es gibt eine große Drop-Zone mit der Aufschrift „Drag & drop a file here" und darunter einen Browse Files-Knopf für den klassischen Datei-Dialog. Akzeptiert werden die Endungen .pem, .crt, .cer, .der, .p7m, .p7s, .p7c, .p12, .pfx, .csr, .req und .key.

Die Datei wird als Binärdaten eingelesen und automatisch erkannt. Die Reihenfolge der Erkennung:

  1. Enthält der Inhalt -----BEGIN …, wird er als PEM verarbeitet (wie im PEM Decoder).
  2. Endet der Dateiname auf .p12/.pfx, erscheint die Passwort-Zeile (siehe unten).
  3. Andernfalls wird die Datei als DER (binär) interpretiert und nacheinander als X.509-Zertifikat, dann als PKCS#7/CMS, dann als CSR probiert.
  4. Ist es zwar gültiges ASN.1, aber keines davon, meldet das Tool das ehrlich.

Example und Clear

Über dem Ergebnisbereich liegen zwei Bedienelemente:

  • Das Example-Dropdown lädt zwei mitgelieferte Beispiele: Certificate Chain (2 certs) — eine Kette aus End-Entity-Zertifikat (www.example.com) plus Root-CA — und Signed P7M (with content) — eine signierte .p7m-Datei mit extrahierbarem Textinhalt.
  • Clear leert den Ergebnisbereich, das Passwortfeld und die Dateiauswahl.

PKCS#12-Passwort

Erkennt der File Analyzer eine .p12- oder .pfx-Datei, blendet er eine Zeile PKCS#12 Password mit einem Passwortfeld und einem Open-Knopf ein. Du gibst das Container-Passwort ein und klickst Open (oder drückst Enter). Stimmt es, werden die enthaltenen Zertifikate und privaten Schlüssel angezeigt; stimmt es nicht, erscheint „Wrong password. Please try again.".

Tab „PEM Decoder"

Dieser Tab nimmt PEM-kodierten Text in einem großen Eingabefeld entgegen. Du fügst den Text ein und klickst Decode. Ein Example-Knopf lädt ein selbstsigniertes Beispielzertifikat, Clear leert Ein- und Ausgabe.

Der Decoder erkennt anhand der Marker, worum es sich handelt:

  • -----BEGIN CERTIFICATE----- → ein oder mehrere Zertifikate (alle Blöcke werden einzeln gerendert).
  • -----BEGIN PKCS7----- / -----BEGIN CMS----- → PKCS#7/CMS-Container.
  • -----BEGIN CERTIFICATE REQUEST----- (oder NEW CERTIFICATE REQUEST) → CSR.
  • -----BEGIN RSA PRIVATE KEY----- / -----BEGIN PRIVATE KEY----- → privater Schlüssel.
  • -----BEGIN RSA PUBLIC KEY----- / -----BEGIN PUBLIC KEY----- → öffentlicher Schlüssel.

Findet das Tool keinen bekannten Marker, meldet es „No recognized PEM markers found.". Mehrere Zertifikatsblöcke in einer Eingabe (typisch für eine Kette oder ein .ca-bundle) werden automatisch getrennt und gezählt.

Was eine Zertifikatskarte zeigt

Für jedes erkannte Zertifikat rendert das Tool eine Karte. Im Kopf steht der Common Name des Subjects sowie — je nach Lage — die Badges Self-signed (Subject gleich Issuer), CA (laut Basic Constraints) und der Gültigkeits-Status. In der Tabelle darunter:

Subject und Issuer

Die Distinguished Names von Inhaber (Subject) und Aussteller (Issuer), zusammengesetzt aus Komponenten wie CN, O, OU, C, ST, L und E. Sind Subject und Issuer identisch, ist das Zertifikat selbstsigniert.

Serial Number

Die Seriennummer als großgeschriebener Hex-String mit Doppelpunkten als Trenner (z. B. 30:41:91:13:75:…).

Not Before / Not After

Der Gültigkeitszeitraum als ISO-8601-Zeitstempel in UTC. Not After wird zusätzlich farbig hervorgehoben, passend zum Status:

  • Valid (grün) — gültig und mehr als 30 Tage entfernt vom Ablauf.
  • Expires in N days (gelb) — läuft innerhalb der nächsten 30 Tage ab.
  • Expired (rot) — Ablaufdatum bereits überschritten.
  • Not Yet Valid (grau) — Beginn der Gültigkeit liegt noch in der Zukunft.

Signature Algorithm

Der Signaturalgorithmus, übersetzt aus seinem OID. Erkannt werden u. a. SHA-1/224/256/384/512 with RSA, RSA-PSS sowie ECDSA with SHA-1/256/384/512. Ist der OID unbekannt, zeigt das Tool ihn als rohe Ziffernfolge.

Public Key

Bei RSA-Schlüsseln Typ und Bitlänge (z. B. RSA 2048 bit). Für andere Schlüsseltypen — etwa EC — beschränkt sich das Tool auf eine Basis-Erkennung und zeigt unter Umständen Unknown type; eine vollständige Aufschlüsselung gibt es nur für RSA.

SHA-1 und SHA-256 Fingerprint

Zwei Fingerprints über die DER-Kodierung des Zertifikats, als großgeschriebene Hex-Strings mit Doppelpunkten. Neben jedem steht ein Kopier-Knopf. Der Fingerprint ist der praktischste Wert, um zwei Zertifikate zweifelsfrei als identisch zu bestätigen.

Subject Alt Names

Falls vorhanden, die Subject Alternative Names als Badges, je nach Typ mit Präfix DNS:, URI:, IP: oder Email:. Bei TLS-Server-Zertifikaten stehen hier die abgedeckten Hostnamen.

Key Usage und Extended Key Usage

Die in der Key Usage-Erweiterung gesetzten Bits (z. B. digitalSignature, keyEncipherment, keyCertSign, cRLSign) und die Extended Key Usage (z. B. serverAuth, clientAuth, codeSigning, emailProtection, timeStamping, OCSPSigning), jeweils als Badges.

Basic Constraints

Ob das Zertifikat ein CA-Zertifikat ist (CA: Yes/No) und, falls gesetzt, die Pfadlängen-Beschränkung (Path Length).

PEM-Export

Im Fuß jeder Karte gibt es Show PEM (klappt den PEM-Block auf) und Copy PEM (kopiert das einzelne Zertifikat als PEM). So ziehst du etwa aus einer Kette gezielt ein einzelnes Zertifikat heraus.

PKCS#7 / CMS und P7M-Inhalt

Bei einem PKCS#7- oder CMS-Container listet das Tool zunächst die enthaltenen Zertifikate (mit Anzahl) und rendert sie als Karten. Zusätzlich versucht es, den eingekapselten Inhalt (eContent) direkt aus der ASN.1-Struktur zu extrahieren — typisch bei signierten .p7m-Dateien.

Den extrahierten Inhalt erkennt das Tool über Magic Bytes: PDF, XML, HTML, ZIP (auch Office/OOXML), ältere MS-Office-Dateien, PNG, JPEG und GIF; alles andere wird als Text oder als Binärdaten eingestuft. Angezeigt werden Typ, Größe und ein vorgeschlagener Download-Name, bei Text zusätzlich eine Vorschau. Ein Download-Knopf speichert den Inhalt.

Eingebettete MIME-E-Mail

Sieht der extrahierte Inhalt wie eine MIME-E-Mail aus (Header wie From:/To:/Subject:, ein multipart/-Content-Type mit Boundary o. Ä.), schlüsselt das Tool sie auf:

  • Header — From, To, Cc, Bcc, Subject, Date, MIME-Version, Message-ID (RFC-2047-kodierte Werte werden dekodiert).
  • Text Body und HTML Body — der HTML-Teil lässt sich zwischen Quelltext und einer Preview in einem abgeschotteten sandbox-iframe umschalten und kopieren.
  • Attachments — jeder Anhang einzeln mit Name, Typ und Größe samt Download-Knopf; quoted-printable und Base64 werden dabei dekodiert.
  • Original (.eml) — die rohe MIME-Quelle lässt sich als .eml-Datei herunterladen.

PKCS#12 / PFX, CSR und Schlüssel

  • PKCS#12 / PFX: Nach Eingabe des Passworts werden die enthaltenen Zertifikate und privaten Schlüssel angezeigt. Eine Schlüssel-Karte nennt bei RSA Typ und Bitlänge und bietet den PEM-Export.
  • CSR (PKCS#10): Subject, öffentlicher Schlüssel (RSA-Bitlänge), Signaturalgorithmus und — falls im CSR enthalten — die Subject Alternative Names.
  • Privater Schlüssel: Typ (RSA) und Bitlänge, mit PEM-Export.
  • Öffentlicher Schlüssel: Typ (RSA) und Bitlänge.

Tab „Help"

Reine Dokumentation im Tool: eine Tabelle der unterstützten Formate, je eine Liste What This Tool Can Do und What This Tool Cannot Do sowie Tipps — etwa wie du ein Zertifikat aus dem Browser exportierst (Schloss-Symbol in der Adressleiste → Zertifikatsdetails → als .pem/.crt exportieren) und nützliche OpenSSL-Befehle.

Tab „Reference"

Ein kompaktes Nachschlagewerk: eine Tabelle gängiger PKI-Dateiendungen mit Standard, Kodierung und typischem Inhalt; eine Zertifikatsfeld-Referenz (DN-Komponenten mit OIDs und die wichtigsten X.509v3-Erweiterungen wie SAN, Key Usage, Basic Constraints, Authority/Subject Key Identifier, CRL Distribution Points, Authority Information Access, Certificate Policies); eine Sammlung OpenSSL-Befehle zum Ansehen, Konvertieren, Prüfen und Fingerprinten; und eine kurze Erklärung des PKI-Vertrauensmodells (Root-CA → Intermediate-CA → End-Entity).

Grenzen und Datenschutz

  • Rein clientseitig: Alles läuft über node-forge (englisch) im Browser. Es gibt keinen Server, der Dateien entgegennimmt, und kein API. Zertifikate, private Schlüssel und PKCS#12-Passwörter verlassen dein Gerät nicht — überprüfbar im Netzwerk-Tab.
  • Nur Inspektion, keine Erzeugung: Das Tool signiert und generiert nichts — keine Zertifikate, keine Schlüssel, keine CSRs.
  • Keine Vertrauensprüfung: Es validiert keine Ketten gegen einen CA-Trust-Store und führt keine OCSP-/CRL-Sperrprüfung durch.
  • Kein Netzwerkzugriff zu Servern: Es baut keine TLS-Verbindung auf und kann keine Server-Zertifikate aus der Ferne abrufen.
  • Passwortgeschützte private Schlüssel kann es nicht entschlüsseln; unterstützt werden ausschließlich PKCS#12-Passwörter.
  • EC-Schlüssel: nur Basis-Erkennung — Detailfelder gibt es derzeit nur für RSA.

Für den Einstieg und die Zielgruppen siehe die Übersichtsseite. Konkrete Durchläufe stehen in den Beispielen, Strategie und Stolperfallen in den Tipps & Tricks. Ausprobieren kannst du alles direkt im Tool.