WYSIWYG Editor — Tipps & Tricks

Kniffe für den WYSIWYG-Editor: Export-Format wählen, Round-Trip-Grenzen, base64-Bilder, Snapshots, Slash-Menü und die Kombination mit dem Markdown-Editor.

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Das Manual erklärt jede Funktion, die Beispiele zeigen die Arbeitsabläufe. Hier geht es um das, was beides voraussetzt, aber selten dabeisteht: das richtige Format wählen, die Round-Trip-Grenzen kennen und das Tool sinnvoll mit anderen kombinieren.

Das richtige Export-Format wählen

Der Editor kann in vier Formate ausgeben — und jedes hat seinen Zweck:

  • Markdown — für portablen, menschenlesbaren Text: READMEs, Doku, Blog-Posts, alles, was später in ein Markdown-System geht. Was Markdown nicht kennt (Unterstreichung, Farben, Ausrichtung), kommt als Inline-HTML heraus; Details siehe unten.
  • HTML (Save as HTML) — eine eigenständige, hell gestaltete Datei mit eingebettetem Stylesheet, hervorgehobenem Code, gerenderten Formeln und lesbaren Überschriften-Ankern. Gut zum Weitergeben oder direkten Hochladen.
  • JSON — das verlustfreie native TipTap-Dokument. Nur für genau diesen Editor sinnvoll, ideal als exakter Zwischenstand zwischen zwei Sitzungen oder Browsern.
  • PDF / Print — für die feste Ausgabe auf Papier oder zum Versand. Immer hell, unabhängig vom Editor-Theme.

Merksatz: Markdown zum Teilen, JSON zum Pausieren, HTML/PDF zum Ausliefern.

Oft brauchst du gar keine Datei: Die Gruppe Copy to clipboard im File-Menü kopiert das Dokument direkt — Copy as formatted text für Mail, Word oder Google Docs (Struktur und Formatierung kommen mit; Code-Farben und Formelsatz hängen vom Zielprogramm ab, weil kein Stylesheet mitkopiert wird — dafür ist Save as HTML der sichere Weg), Copy as HTML für ein CMS-Feld, Copy as Markdown für Git-Repos, Wikis oder einen KI-Chat.

Round-Trip-Grenzen kennen

  • Erweiterte Syntax prüfen. Hervorhebung kommt als ==x==, Tief-/Hochstellung als ~x~/^x^ heraus. Dieser Editor liest das verlustfrei zurück, aber nicht jeder Markdown-Renderer versteht diese Erweiterungen. Prüf, ob dein Zielsystem sie kennt.
  • Inline-HTML im Markdown. Unterstreichung, Textfarbe, Schriftart, zentrierte Absätze, ausklappbare Abschnitte und skalierte Bilder exportiert der Editor als HTML-Schnipsel (<u>, <span style>, <details>, <img width> …). Filtert dein Zielsystem HTML in Markdown heraus, gehen genau diese Formatierungen verloren — dann lieber darauf verzichten oder als HTML exportieren.
  • SVG-Bilder fallen beim Markdown-Round-Trip raus. data:-URL-SVGs werden beim Markdown-Import bewusst verworfen (Sicherheit). Über HTML- und JSON-Export bleiben sie erhalten; Raster-Bilder (PNG, JPEG, GIF, WebP, AVIF …) als base64 überstehen auch Markdown.
  • Fußnoten und Definitionslisten werden flach. Beim Import werden Fußnoten zu hochgestellten Zahlen mit nummerierter Liste, Definitionslisten zu - **Begriff** — Definition. Der Inhalt bleibt, die Struktur nicht.
  • YAML-Frontmatter übersteht den Round-Trip. Importiertes ----Frontmatter erscheint im Editor als yaml-Code-Block am Anfang (statt als zerschossene Überschrift); beim Markdown-Export wird daraus wieder echtes Frontmatter. Das klappt nur, solange der yaml-Block der erste Block im Dokument bleibt.

base64-Bilder im Griff behalten

Per Upload (base64) oder Drag-and-drop eingefügte Bilder werden direkt ins Dokument eingebettet — als base64-Zeichenkette im HTML. Das ist praktisch (eine Datei, keine externen Abhängigkeiten), hat aber zwei Kosten:

  • Das Dokument wird groß — ein paar Fotos können das HTML und das exportierte Markdown stark aufblähen.
  • Die Auto-Speicherung legt den gesamten Inhalt im lokalen Browser-Speicher ab, und jeder Snapshot speichert ihn noch einmal; viele große base64-Bilder können das Speicher-Kontingent sprengen. Das Speicher-Badge schlägt dann auf Rot um, ein Hinweis rät zum Speichern als Datei, und bei den Snapshots kürzt der Editor die Liste.

Praxis: Bilder vorher verkleinern und in ein effizientes Format wandeln. Genau dafür gibt es den Graphic Editor — zuschneiden, skalieren, nach WebP/AVIF konvertieren, dann einbetten. Wo möglich, lieber From URL statt base64 nutzen, damit das Bild extern referenziert bleibt. Das Verkleinern per Eck-Griff im Editor ändert übrigens nur die angezeigte Größe (width/height), nicht die eingebettete Datei.

Und weil der Bild-Dialog ein Feld Alt text hat: Füll es aus. Bei bereits eingefügten Bildern erreichst du es über die Bild-Blase (Alt), sobald du das Bild anklickst.

Auto-Speicherung verstehen

  • Der Inhalt wird automatisch im Browser gesichert (das Badge zeigt „Saved" mit Uhrzeit) und beim nächsten Besuch wiederhergestellt — bequem, aber nicht dauerhaft: Das Löschen der Browserdaten löscht auch Inhalt und Snapshots.
  • Snapshots als Versionsablage. Vor größeren Umbauten sicherst du den Stand über File → Snapshots… unter einem sprechenden Namen. Bevor der Editor das Dokument ersetzt (Öffnen, Markdown- oder JSON-Import, Laden von URL im Ersetzen-Modus, Clear document, Restore), legt er selbst einen an — ein versehentliches Clear document ist also kein Drama. Ausnahme: Apply im HTML-Quelltext erzeugt keinen Snapshot, dort hilft Strg+Z.
  • Sichere wichtige Stände trotzdem als Datei. Snapshots liegen im selben Browser-Speicher wie das Dokument. Für ein echtes Backup oder den Wechsel auf einen anderen Rechner exportierst du als JSON (verlustfrei) oder Markdown/HTML.
  • Mehrere Dokumente bearbeitest du nicht parallel, aber nacheinander: Sichere das aktuelle als Snapshot, beginne mit Clear document ein neues und hol das alte später per Restore zurück.

Schneller arbeiten

  • Slash-Menü statt Toolbar. / am Zeilenanfang öffnet eine filterbare Liste: /h2, /table, /todo, /code, /math — Enter, fertig.
  • Live-Markdown beim Tippen. # , ## , - , 1. , > , ```, **…**, *…* formatieren direkt — oft schneller als der Griff zur Maus.
  • Markdown einfach einfügen. Kopierst du Markdown als Klartext (aus einer .md-Datei, einem Chat, einem Terminal), wird es beim Einfügen formatiert. Willst du die Zeichen roh behalten, nimm Strg+Umschalt+V.
  • Links per Strg+K. Der Link-Dialog ergänzt https:// bei bloßen Domains und mailto: bei E-Mail-Adressen von selbst. Steht der Cursor in einem Link, zeigt eine Blase das Ziel und bietet Bearbeiten, Kopieren und Entfernen.
  • Blasen nutzen. Bei markiertem Text sind Bold, Italic, Underline, Strikethrough, Inline code, Link, Highlight und Clear formatting direkt am Cursor; in Tabellen erscheint die Zeilen-/Spalten-Leiste über der Tabelle.
  • Suchen & Ersetzen mit Regex. Strg+H öffnet Ersetzen; die Optionen Case, Word und Regex machen auch größere Umbauten beherrschbar.
  • Inhaltsverzeichnis zum Springen. Bei langen Dokumenten öffnet Table of contents eine nummerierte Übersicht aller Überschriften — ein Klick springt zur Stelle.
  • Lesbare Zeilenlänge. Page width → Narrow (760 px) schmälert die Schreibfläche auf breiten Monitoren; Toggle fullscreen blendet alles andere aus, Esc bringt dich zurück.
  • Theme ist nur fürs Auge. Dark/Light/Sepia ändern nur die Schreibfläche — die Ausgabe (Vorschau, Druck, HTML, PDF) ist immer hell.
  • Erste Überschrift = Dateiname. Gib dem Dokument früh eine Überschrift; HTML-, Markdown-, JSON- und PDF-Export heißen dann danach (ohne Überschrift nimmt der Editor die erste Textzeile). Auch Snapshots ohne eigenen Namen tragen diesen Titel.

Stolperfallen

  • Import ersetzt, er ergänzt nicht. Markdown-, JSON- und der Datei-Import sowie ein per Drag-and-drop geöffnetes Dokument ersetzen den gesamten Editor-Inhalt. Rückweg: Strg+Z oder der automatische Snapshot. Willst du eine Webseite ergänzend übernehmen, wähl bei Load from URL… die Option Insert at the cursor position.
  • Das Schema filtert. Beim Öffnen von HTML, beim Laden von URLs und bei Apply im Quelltext-Editor bleibt nur, was der Editor darstellen kann. Klassen, eigene Styles, Skripte und Formulare verschwinden — der Editor ist kein HTML-Seitenbauer.
  • JSON nur aus diesem Editor. Der JSON-Import erwartet das Schema dieses Editors. Fremdes JSON wird abgewiesen (mit Fehlermeldung), der Inhalt bleibt erhalten.
  • localhost/Intranet gehen nicht. Der URL-Abruf (HTML oder Markdown) blockiert aus Sicherheitsgründen private und interne Adressen; nur öffentliche http(s)-URLs bis 950 KB sind erlaubt, höchstens 120 Abrufe pro Minute.
  • Programmatisches Einfügen kann blockiert sein. Der Paste-Button greift auf die System-Zwischenablage zu, was Browser einschränken; klappt es nicht, nimm einfach Strg+V. Gleiches gilt für Copy as formatted text: Ohne Browser-Unterstützung kopiert der Editor nur Klartext.
  • Druckfenster und Popup-Blocker. Print… öffnet ein neues Fenster. Blockiert der Browser es, erlaube Popups für die Seite oder nimm Save as PDF.

Mit anderen JPKCom-Tools kombinieren

  • Markdown Editor — der nächste Verwandte. Wer ohnehin in Markdown denkt, schreibt dort direkt mit Live-Vorschau, statt den Umweg über Rich-Text und Export zu gehen. Umgekehrt ist der WYSIWYG Editor die richtige Wahl, wenn du formatieren willst, ohne Markdown-Syntax im Kopf zu haben.
  • HTML/Markdown-Konverter — für reine, gezielte Umwandlungen ohne Editor-Oberfläche. Es konvertiert mit einer eigenen Engine (html-to-markdown, WebAssembly) und liefert deshalb nicht immer dasselbe Markdown wie der Export des WYSIWYG-Editors.
  • Beautify — das exportierte HTML einheitlich einrücken und formatieren.
  • Graphic Editor — Bilder zuschneiden, verkleinern und nach WebP/AVIF wandeln, bevor du sie als base64 einbettest (siehe oben).

Noch mehr Kontext: die Übersicht zum großen Bild, das Manual für jede Funktion und die Beispiele für die Schritt-für-Schritt-Abläufe. Ausprobieren kannst du alles direkt im Tool.